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10.02.10 „Wir sind ganz klar dagegen“ - so die Position des Brandenburger BUND-Landesverbands zu Plänen für eine große Biogasanlage im Lebuser Ortsteil Mallnow. Auf einer Informationsveranstaltung im Frankfurter Haus der Künste machte Thomas Volpers, Vize-Landeschef des Umweltverbandes, klar, dass Biogasanlagen in großindustrieller Dimension weder dem Naturschutz noch der Lebensmittelproduktion in der Landwirtschaft dienten.
Der Infoabend, der von den BUND-Kreisvorstandsmitgliedern Gernot Preschel und Sergej Sanwald (nebenbei auch Ökospeicher-Mitglied) moderiert wurde, beschäftigte sich eigentlich mit der Zukunft des Biolandbaus. Auf dem Podium hatten dazu die beiden im Demeter-Verband organisierten Landwirte Ulrike Raulf aus Wulkow und Hans-Peter Frucht aus Libbenichen Platz genommen.
Ulrike Raulf, die unter anderem Bio-Rindfleisch und -getreide produziert, begründete, dass ihre Fleischprodukte nicht billig sind. „Extensive Rinderhaltung hat nun mal ihren Preis“. Dazu gehört, dass die Tiere nicht mit billigem Soja-Kraftfutter gemästet werden, wie es in der intensiven Tierproduktion üblich ist. Kurz zuvor waren in einem von den Veranstaltern eingespielten Dokumentarfilm verheerende Wirkungen des Anbaus von oftmals gentechnisch verändertem Soja zu sehen: vertriebene Indiogemeinschaften, abgeholzte Regenwälder, Vergiftungen durch Pestizide. Thomas Volpers ergänzte das Gesehene durch einen eigenen faktenreichen Vortrag: So sei die Fläche, die von der subventionierten Tier(über-)produktion der EU in Lateinamerika für den Futteranbau in Anspruch genommen wird, noch um 20 Prozent höher als die gesamte Agrarfläche der EU. Als erfolgreicher Bio-Gemüsebauer sieht sich Hans-Peter Frucht vom Wahnwitz der EU-Subventionspolitik wenig betroffen. Seine Flächen sind vergleichsweise klein, die dazugehörigen Subventionen auch. Frucht erklärte am eigenen Beispiel, dass es nicht zwingend sei, dem Trend zur chemiegestützten Industrialisierung der Produktion zu folgen. „Ich habe noch nie Pflanzenschutzmittel verwendet“, reagierte Frucht auf einen zweifelnden Einwand aus dem Publikum. Und trotzdem könnten mittlerweile bis zu 18 Beschäftigte und mehrere Lehrlinge von den Erträgen des kleinen Betriebs leben. Wolfgang Neumann, Obstbauer aus Markendorf, warnte indes davor, jede züchterische oder anbautechnische Veränderung zu Teufelszeug zu erklären. „Wir sollten nicht vergessen“, gab Neumann zu bedenken, „dass uns jene Äpfel oder Tomaten, die heute auf dem Markt sind, in dieser Form nicht von Adam und Eva geschenkt wurden“. Er selbst träume im Übrigen davon, eines Tages ganz ohne Subventionen produzieren zu können. Darüber war er sich am Ende mit Biobauern und Naturschützern völlig einig.
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