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04.12.09 Lange Schlangen bei der Signierstunde und ein stolzes Herausgeberteam: Der Start für das neue Naturtagebuch von Werner Weiß ist gelungen. Am Freitag präsentierte der Ökospeicher das Buch gemeinsam mit dem Autoren und dem Hauptsponsor Sparkasse MOL im vollbesetzten Saal des Dorfgemeinschaftshauses. Viel Beifall erntete Werner Weiß, der sich in einem humorvollen Vortrag für die Unterstützung bedankte und über sein zeitraubendes Hobby berichtete. Einmal, erzählt Werner Weiß während der Buchpremiere, habe ihn auf seinen Streifzügen ein Mann in feinstem Oderbruchdeutsch angesprochen: "Sagen Se ma, ick hab Ihnen schon jestern hier jesehen. Wat ham Se hier eijentlich ssu suchen? Hier jibbs doch jar nüscht besonderet!"
Werner Weiß macht eine schöne Kunstpause, guckt in die Runde und sagt: "Nichts besonderes! Sehen Sie, damit habe ich nun ein ganzes Buch vollgekriegt!" Das war natürlich gekonnt tiefgestapelt. Tatsächlich ist es nicht nur die einfache Beobachtung und Beschreibung der Naturräume rund um Frankfurt. Weiß entdeckt tatsächlich überall Besonderes. Zum Beispiel, wo in Lebus Schleier- und Waldohreulen wohnen. Oder wie sich die Feldhasen im Oderbruch an Fahrzeuge gewöhnen. Werner Weiß versteht es, seine Beobachtungen freundlich, liebevoll, erzählerisch zu formulieren. Spannend auch seine Beobachtungen, wieviel Leben sich in einer Weide abspielt, wer sich alles auf den Oderhängen zwischen Lebus und Libbenichen tummelt. Auch als Botaniker mag man Weiß gern folgen, wenn er die Leser aus so einer scheinbaren Nischt-besonderet-Situation heraus zum Staunen bringt: Am Rande eines Roggenackers bei Mallnow zählt Werner Weiß allein 97 Arten von Wildkräutern: Rückkehrer, die sich nach Jahrzehnten der Intensivlandwirtschaft wieder wohlfühlen. Und zwischendurch gibt es auch immer wieder echte Sensationen: 1968 schießt Werner Weiß nahe der heutigen Erdgasverdichterstation die wohl letzten Fotos eines mittlerweile ausgestorbenen putzigen Vogels: Des Triels. So gut wie verschwunden auch die Zwergrohrdommel. Werner Weiß hat sie noch in den 1970er Jahren intensiv beobachtet und fotografiert: Bei Alt Zeschdorf. Es ist vor allem der lange Atem, der die Naturbeobachtungen von Werner Weiß für viele Leser so spannend macht und an seinen Beobachtungsorten für Diskussionsstoff sorgt: Die Vögel an einem Weiher bei Wulkow zu zählen ist vielleicht nicht so aufregend. Doch Werner Weiß macht es 1967, 1994 und 2008 - und entdeckt dramatische Veränderungen. Nicht von einer Ökokatastrophe, sondern von einem Rohrweihepärchen hervorgerufen. Fotos von der Premierenfeier finden Sie hier! Das neue Naturtagebuch ist im Buchhandel erhältlich, beim versos-Verlag oder versankostenfrei direkt beim Ökospeicherverein per email:
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ISBN 978-3-939960-09, 19,80 €
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