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Eigentlich hätten sich die Kinder gern die Wasserläufer aus dem Film noch einmal in der Natur angeschaut. Doch der kleine Bachlauf am Rande des Wulkower Schlossparks war an den Rändern noch zugefroren, kaum ein Wassertier verirrte sich in die Becherlupen der Ökofilmtour-Miniexkursionsteilnehmer. Was also fand sich noch zum Entdecken? Schneckengehäuse! Die Expeditionsleiter Thomas Zwiener und Jessica Ferch klappten ihr Bestimmungsbuch auf und identifizierten die von den Kindern angeschleppten Schnirkel- und Posthornschnecken.

Dann hieß es: leise sein! Wer singt da? Jessica machte auf den Gesang des Eichelhähers aufmerksam. Der Vogel war zwar schwer zu sehen, aber gut zu hören. Und schließlich kam es zu einer Art Gespräch: Der elektronische „Zauberstift“, der zum Bestimmungsbuch gehörte, trällerte kurz die Melodie – aus dem Baumwipfel kam die Antwort: Da sitzt er! Schließlich gab es dann noch mehr zu sehen für die Sechs- bis Elfjährigen und ihre Eltern: Einen Zaunkönig etwa und etliche Meisen.

 

Höhepunkt der Tour war jedoch der Besuch bei den Bienen. Erstmals bei einer Ökofilmtourexkursion präsentierte der Wulkower Imker Jasper Heilmann seinen Bienenschaugarten gegenüber vom Ökospeicher. Zufällig schien die Sonne warm genug auf einen der Bienenkästen. Und so starteten die Insekten ihre ersten Erkundungsflüge vor den Augen der Besucher. „Wisst Ihr, die haben über den Winter alles vergessen. Die wissen gar nicht mehr, wie es draußen aussieht“, erklärte Jasper. Deshalb also diese suchenden Flugbewegungen, als ob sie Achten in die Luft schrieben. Manche Biene hatte sich dann doch schon etwas weiter weggetraut. Weißer Pollen klebte an den Insekten und manchmal auch rötlicher – Mitbringsel von Ausflügen zu Schneeglöckchen und Krokussen.

Furcht vor Bienenstichen war übrigens unbegründet. Und für ängstliche Besucher gab es kleine Imkerhüte mit Netzgitter. Jasper beantwortete geduldig alle Fragen zu Waben, Wachs und Honig, öffnete kurz eine Tür im Bienenkasten, um durch eine Glasscheibe den Blick auf das große Gewimmel in der Bienenwohnung freizugeben. Schließlich zeigte er dann noch einen alten braunen Bienenkorb wie er früher auf jedem Bauernhof zu finden war. „Hat jemand eine Idee, womit das Korbgeflecht zugeschmiert ist?“ Hm. Sieht aus wie Lehm… „Falsch! Kuhscheiße! Die Bienen lieben das“.