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Weiße Flecke in der Breitbandversorgung |
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Steffen Branding hätte seinen florierenden Fahrradverleih in Chorin längst um einen Fahrradhandel erweitert. „Drei Arbeitsplätze wären drin. Logistiker und Mechaniker würden gebraucht“. Steffen Schmollack aus Beiersdorf hätte neben seinem Büroservice längst einen Onlineshop für seltene Zierfische aufgebaut – eine Marktnische, in der er sich bestens auskenne und wo ordentliche Preise zu erzielen seien. Doch alle Vorhaben bleiben in der Hätte-Könnte-Würde-Phase solange die Geschäftsleute nicht über einen Breitband-Internet-Zugang verfügen. Im Workshop „Kommunikation“ schilderten sie anschaulich, welche dramatischen Auswirkungen die weißen Flecken in der Breitband-Landschaft haben.
Henrik Klohs von der für Ostbrandenburg zuständigen Handwerkskammer Frankfurt (Oder) riet zur Geduld und machte Hoffnung auf die versprochenen Breitbandzugänge über die Frequenzen ehemaliger terrestrischer Analog-Rundfunksender. Diese Lösung sei Alternativen wie UMTS oder Satelliten-DSL eindeutig vorzuziehen, so der Technologiefachmann. Ein kleiner Teil unversorgter Gebiete werden wohl dennoch bleiben, so die Befürchtung in der Runde. Die Forderung: In diesem Falle müsste auch hier Unterstützung gegeben werden. Ansonsten drohe manch ländlichem Gebiet die Abkoppelung. Handwerksbetriebe etwa können sich ab 2010 nur noch online an öffentlichen Ausschreibungsverfahren beteiligen. Immerhin, so mehrere Gesprächsteilnehmer, könne das DSL über den Rundfunkmast nur gut sein: Schon um die Telekom in einen stärkeren Wettbewerb zu zwingen. Hanne Hiekel, pensionierte Lehrerin aus Wulkow beschrieb das Internet mittlerweile als Teil der Lebensqualität von immer mehr älteren Menschen. Seit sie DSL habe, kommuniziere sie wie selbstverständlich mit Freunden in Afrika. „Das macht mir richtig Spaß“. Zum Teil, hieß es in der Runde, könne so auch eingeschränkte Mobilität kompensiert werden. Umgekehrt sei es für die Weißen-Fleck-Regionen, sagte Steffen Branding: „Selbst die Post zieht sich immer mehr aus den Dörfern zurück. Aber die digitale Alternative kommt einfach nicht hinterher.“ Schon jetzt sorge das Internet allerdings auch für eine Zweiklassengesellschaft, gaben mehrere Diskutanten zu bedenken. In den Schulen würden Internetrecherchen selbstverständlich als Hausarbeit gegeben. Vertretungspläne, Infos zu Schulveranstaltungen setzen Onlinezugänge voraus. Für ISDN- oder Analogmodemnutzer kaum bezahlbar. Olaf Kaupat, Bürgermeister von Prötzel und Landtagskandidat, forderte in der Schlussrunde, dass das Wahlversprechen der Landesregierung, flächendeckend Breitbandzugänge bis zum Jahresende zu gewährleisten, nicht relativiert werden dürfe.
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