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Die Dorfkita - ein echter Grund aufs Land zu ziehen |
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Aus dem Kita-Workshop kam eine Idee, die später auch in der Schlussrunde viele elektrisierte: Dorfkindergärten als Teil von Mehrgenerationenhäusern. Die ständige Begegnung zwischen Kindern und älteren Menschen könnte auf dem Land zu einer ganz spezifischen Qualität führen. Moderatorin Carola Werner berichtete von ersten Erfahrungen aus Südbrandenburg. Eifrig diskutiert wurde die Frage, inwieweit es sich lohnt, auch sehr kleine Einrichtungen in kleinen Dörfern zu erhalten und darum zu kämpfen. Das Beispiel Werbig – im vergangenen Jahr bereits eifrig diskutiert – lieferte ein differenziertes Meinungsbild.
Der Eindruck, dass mit einer wegfusionierten Gemeinde auch die Kita als Lebensnerv wegfusioniert werde, ließ sich nicht so ohne weiteres aufrechterhalten. Uwe Haedecke, Abgeordneter der Linken aus Seelow meinte, es würde der Motor von unten fehlen, von oben könne man so etwas nicht dirigieren. Auch Hans-Georg von der Marwitz, CDU-Kreistagsabgeordneter von MOL und Bundestagskandidat, sah das in der Schlussrunde ähnlich. Widerspruch blieb an dieser Stelle aus. Trotz Zusage war aus dem Seelower Ortsteil Werbig niemand erschienen. Dass ein Elternverein ein guter Ausweg sein kann, zeigt das Beispiel Reichenwalde im Landkreis Oder-Spree. Der von der Schließung bedrohte Kindergarten wurde durch eine Elterninitiative aufgefangen. Mittlerweile gibt es einen modernen Öko-Kita-Neubau mit Ausstrahlung für das weitere Umland. Wenn die Kita gut arbeitet, wenn sie fest im Ort verwurzelt ist, sind auch die Eltern bereit zu helfen, so die Erfahrungen von Corinna Moritz und Frau Widera von der Kita Reichenwalde. Allerdings hat die Freiheit auch ihren Preis: Die Bezahlung ist schlechter, es gibt kaum Personal-Reserven bei Krankheit oder Weiterbildung. Immerhin: Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der betreuten Kinder von elf auf 54. Auch die Wulkower „Grashüpfer“ standen einst vor dem Aus. Unterstützung kam in den 90er Jahren vom Ökospeicherverein, der personell und finanziell zeitweise aushalf. Mittlerweile hat sich die Kita mit ihrem Konzept vom Naturkindergarten durchgesetzt, ist Anlaufpunkt nicht nur für Kinder aus den Nachbardörfern. Hier werden sogar Kinder aus Frankfurt betreut. Die Unterstützung durch die Kommune ist – trotz der Eingemeindung nach Lebus - stark und steht schon lange nicht mehr in Frage. Im Gegenteil: Demnächst beginnen die Arbeiten am Neubau. In einer Frage unterscheiden sich freie Träger und Kommunen allerdings gar nicht: In der erheblichen Arbeitsbelastung für das Personal. In der Schlussrunde ließ sich CDU-Landtags-Kandidat Olaf Kaupat (andere Parteien waren dort nicht erschienen) schließlich zu einem Wahlversprechen hinreißen: „Reale 7:1“, sagte er. Also sieben Kinder auf einen Betreuer. Dabei müssten Kita-Erzieherinnen allerdings für ihren Leitungsjob freigestellt und gegebenenfals auch Vertretungen organisiert werden können. Ein (sinngemäßes) Fazit: Eine Kita kann eine starke Lebensversicherung für ein Dorf sein. Aber umgekehrt muss es genau so sein.
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