01.04.09 Sind die Wölfe nun auch schon vor unserer Haustür? Klar, sagt Thomas Schaub, der bis vor einigen Jahren Landwirt in Wulkow war. Zwei Tiere hätte er eines Abends an den Oderwiesen bei Lebus beobachtet, ganz sicher. Eine Sensation sei das keinesfalls, bestätigt Yvette Krumheuer, Wildbiologin und Wolfsexpertin im Publikumsgespräch nach der Aufführung des Dokumentarfilms "Wölfe auf dem Vormarsch" im Rahmen der Ökofilmtour. Die Wölfe seien gute Schwimmer, die Oder überhaupt kein Hindernis. Tatsächlich breiten sich die Wölfe wieder aus im Land. Eine Ursache dafür sieht die Expertin im verbesserten Naturschutz in Polen. Aktuell leben in Brandenburg Wölfe in der Lausitz, einzelne Sichtungen gebe es aber auch in der Uckermark und der Prignitz. Diese Ausbreitung wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen. Wolfsrudel brauchen Platz: Bis zu 250 Quadratkilometer seien keine Seltenheit. Eines der größten Probleme für den Wolf ist - neben dem Straßenverkehr - die Jagd. Eine ganze Reihe Jäger - der Dokumentarfilm hatte es deutlich gemacht - sehen den Wolf als Konkurrenten an. Es gibt sogar illegale Abschüsse - eine schwere Straftat. Naturschutzbewusste Jäger aber auch die Mehrzahl der Förster sehen die Wölfe durchaus gern in ihren Wäldern. Das Kahlwild wird reduziert, junge Triebe weniger weggebissen. Der Wald wächst wieder. Dass man Schafe künftig stärker schützen muss, verstehe sich von selbst. Yvette Krumheuer bietet dafür Beratungen an. Auch wenn es sich vielleicht schon rumgesprochen hat: Der Mensch gehört nicht zum Beuteschema des Wolfs - eine Frage, auf die die Wolfsexpertin immer wieder angesprochen wird. Worüber sie sich bei ihrer Arbeit freut? "Wenn ich einen bombastischen Haufen sehe, der ordentlich riecht, mit Fellresten dran." Dann gehts dem Wolf gut.
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Isegrimm wohnt wieder in der Lausitz und der Uckermark

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